Museum Riemst

Grotten van Kanne

Auf Entdeckungstour durch ein unterirdisches Mergelbergwerk

Die Grotten van Kanne bei Riemst sind ein ehemaliges Mergelbergwerk mit 16 km Gängen, von denen 1,5 km per Führung zugänglich sind. Highlights sind ein Mosasaurus-Skelett, Fossilien, eine aktive Pilzzucht und eine beleuchtete unterirdische Kapelle. Konstante 11°C machen einen Pullover ratsam. Geeignet für Kinder ab 4 Jahren, barrierefrei mit Einschränkungen.

Tief unter der belgisch-niederländischen Grenzregion bei Riemst verbirgt sich ein faszinierendes unterirdisches Labyrinth: die Grotten van Kanne. Das ehemalige Mergelbergwerk erstreckt sich über insgesamt 16 Kilometer Gänge, von denen rund 1,5 Kilometer im Rahmen einer geführten Tour erkundet werden können. Seit etwa 1700 wurde hier Mergel abgebaut – ein Kalkstein, der die Region über Jahrhunderte prägte. Der Abbau endete erst 1970 und hinterließ ein beeindruckendes Netzwerk, das an eine versunkene unterirdische Stadt erinnert.

Eine Zeitreise unter Tage

Auf dem Rundgang begegnen Besucher alten Arbeitsfronten, an denen es scheint, als könnten die Blöcke-Brecher jeden Moment ihre Arbeit wieder aufnehmen. Inschriften und Spuren vergangener Generationen erzählen von der langen Geschichte des Ortes. Ein echtes Highlight für die ganze Familie ist das eindrucksvolle Skelett eines Mosasaurus – eines prähistorischen Meeresraubtiers aus der Kreidezeit, das vor rund 70 Millionen Jahren lebte. Kinder können hier zudem Fossilien von Seeigeln, Fischen und weiteren Meeresbewohnern aus dieser Epoche entdecken.

Mehr als nur Geschichte

Der Komplex hat noch mehr zu bieten: Eine aktive unterirdische Champignon-Kwekerij zeigt, wie Speisepilze unter optimalen klimatischen Bedingungen gedeihen. Wer möchte, kann auch das „Grottenbier“ probieren, das bei konstanter Grottentemperatur reift. Den krönenden Abschluss der Führung bildet eine unterirdische Kapelle mit stimmungsvoller Beleuchtung. Für Familien werden zudem Mergel-Bearbeitungsworkshops angeboten, bei denen Kinder selbst kreativ werden können.

Kühl und geheimnisvoll

Das ganze Jahr über herrscht in den Grotten eine konstante Temperatur von etwa 11°C bei hoher Luftfeuchtigkeit – im Sommer eine willkommene Abkühlung, im Winter ein guter Grund für eine warme Jacke. Die authentische, noch heute genutzte Anlage vermittelt auf lebendige Weise Wissen über Geologie, Erdgeschichte und historische Arbeitsmethoden. Erfahrene Guides führen mit spürbarem Enthusiasmus durch die Gänge und machen den Ausflug zu einem lehrreichen Erlebnis für Groß und Klein.

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