Im zeeländischen Ouwerkerk erwartet Familien ein Museum der besonderen Art: Das Watersnoodmuseum ist in vier gewaltigen Phoenix-Caissons untergebracht – Betonkolosse von 62 x 20 x 18 Metern, die 1953 zum Schließen des letzten Dammbruchs nach der verheerenden Sturmflutkatastrophe eingesetzt wurden. Die unterirdisch verbundenen Caissons liegen direkt im Seedeich und machen den Besuch schon architektonisch zu einem einzigartigen Erlebnis, das es in dieser Form sonst nirgendwo in Europa gibt.
Vier Caissons, vier Kapitel
Jeder der vier Caissons widmet sich einem eigenen Thema: Der erste erzählt die dramatische Nacht der Flut von 1953, bei der mehr als 1.800 Menschen in den Niederlanden ums Leben kamen. Der zweite zeigt persönliche Geschichten Betroffener sowie eindrucksvolle Kunstwerke wie die Lichtskulptur „1835 + 1“. Der dritte dokumentiert den Wiederaufbau und das jahrhundertelange Zusammenleben der Niederlande mit dem Wasser. Der vierte blickt nach vorn und präsentiert interaktiv, wie ein sicheres Leben mit dem Wasser heute und in Zukunft gelingen kann.
Spannend für die ganze Familie
Unter dem Namen „Jeugdwatersnoodmuseum“ gibt es speziell für Kinder konzipierte Routen: eine Fotoschnitzeljagd ab 4 Jahren, die Entdeckertour „Koos en Mina“ für die Jüngsten sowie altersgerechte Rundgänge für 10- bis 12-Jährige und Jugendliche ab 12 Jahren. So wird Geschichte lebendig und begreifbar – ganz ohne trockenen Frontalvortrag. Auch Schulklassen finden mit Programmen wie „A Gifted Home“ oder „Class of 1953“ passende Bildungsangebote.
Trotz des ernsten Themas wirkt das Museum nicht bedrückend, sondern vor allem respektvoll und hoffnungsvoll – ein Ort der Erinnerung und des Lernens zugleich. Gerade für deutsche Familien, die sich für Hochwasserschutz und Klimathemen interessieren, bietet der Besuch viele Anknüpfungspunkte.
Rundum gut versorgt
Nach dem Rundgang lädt die Museumsbrasserie „Het Vijfde Caisson“ zu Lunch, Snacks und Getränken ein. Auch eigene Picknicks im Außenbereich sind erlaubt. Rundherum erstreckt sich das malerische Krekengebiet, eine durch die Flut geformte Naturlandschaft, die sich ideal für einen anschließenden Spaziergang eignet. Das gesamte Museumsgelände ist kinderwagen- und rollstuhlgerecht, ein kostenloser Parkplatz liegt direkt vor dem Eingang. Für einen entspannten Familienbesuch sollten etwa zwei bis drei Stunden eingeplant werden.