Mitten in der ruhigen Landschaft von Drenthe erzählt Museum De Proefkolonie die außergewöhnliche Geschichte der „Kolonien van Weldadigheid“ – ein Sozialexperiment aus dem 19. Jahrhundert, das seit 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. 1818 von Johannes van den Bosch gegründet, sollten landwirtschaftliche Siedlungskolonien wie diese die Armut bekämpfen. Das Museum macht diese besondere Geschichte auf moderne und lebendige Weise erlebbar.
Eine multimediale Reise ins 19. Jahrhundert
Herzstück des Museums ist eine interaktive Zeitreise, die Besucher rund 200 Jahre zurückversetzt. Kinder können hier digital weben lernen, selbst Butter herstellen und dabei hautnah erfahren, wie hart der Alltag der ersten Siedler wirklich war. Wer geschickt ist, schafft es sogar bis zum „Vrijboer“, dem freien Bauern – ein spielerisches Ziel, das die Geschichte greifbar macht. Die gesamte Ausstellung wurde mit Blick auf junge Besucher gestaltet: Es gibt eigene Räume zum Entdecken, Ausprobieren und Spielen.
Mehr als nur ein Museumsgebäude
Zum Museum gehören verschiedene historische Gebäude: das originale Koloniehuisje, in dem einst Kolonisten lebten, die kleine Kolonieschule sowie De Tramloods. Draußen laden weitere authentische Bauten zur Erkundung ein – darunter eine kleine Kirche und eine historische Korbflechterei. Von hier aus starten zudem Wander- und Fahrradrouten direkt durch die geschichtsträchtige Landschaft der Kolonie.
Ideal für Familien
In den Schulferien warten zusätzliche Abenteuer wie die Smartphone-Schnitzeljagden „Kraak de Code“ und „Kolonie Cryptex Complot“ auf kleine Entdecker. Auch das Kinder-Fietsavontuur, ein Fahrradabenteuer mit eigenem Aufgabenheft, ist bei jungen Besuchern beliebt – ein Fahrradverleih ist direkt vor Ort verfügbar. Nach dem Rundgang lädt das Museumscafé mit Terrasse zum Verweilen ein, bevor es weiter in einen der drei nahegelegenen Nationalparks geht.
Das Museum ist überschaubar, aber informativ gestaltet und verbindet moderne Ausstellungstechnik mit authentischen historischen Gebäuden. Ein Besuch dauert in der Regel zwei bis drei Stunden, lässt sich mit Outdoor-Erkundungen oder einer Fahrradtour aber gut verlängern.